Kleidertausch: Interview mit Jonas Pyschik, Badische Zeitung

Von David Umhauer, 05. Juli 2019

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Artikel auf der Seite der Badischen Zeitung.

Tauschen statt kaufen: An diesem Samstag findet eine Kleidertauschparty in Freiburg statt. Was die Idee dahinter ist und wie diese abläuft, erklärt Veranstalter Jonas Pyschik im Interview.

Jonas Pyschik

Jonas Pyschik

Jonas Pyschik, 21 und Student der Umweltnaturwissenschaften in Freiburg, ist Gruppenkoordinator bei Greenpeace Freiburg. David Umhauer sprach mit ihm über die Kleidertauschparty , die er für den heutigen Samstag organisiert hat.

BZ: In letzter Zeit finden Kleidertauschpartys ja immer häufiger statt. Wie kann man sich den Ablauf einer solchen Party vorstellen?
Pyschik: Wir werden auf dem Stühlinger Kirchplatz viele Tische und Bierbänke und auch Kleiderständer aufbauen. Hier legen Ankommende dann ihre mitgebrachte Kleidung ab und alle können sich auf die Suche nach neuen Schätzen machen, die sie mit nach Hause nehmen. Alles was übrig bleibt, wird dann gespendet.

BZ: An jeder Ecke kann man neue und günstige Kleidung kaufen. Wieso kommen Menschen da überhaupt zu Ihnen, um alte Klamotten zu tauschen?
Pyschik: Das hängt zum einen, so glaube ich, ganz stark mit dem ökologischen Gedanken zusammen, den Menschen verfolgen. Sie sehen, dass die Fast Fashion, die Sie ansprechen, überhaupt nicht nachhaltig ist und nicht zukunftsgerecht für das weitere Bestehen der Welt, wie wir sie kennen. Zum anderen gibt es das Konzept Secondhand-Läden und diese sind für viele Menschen reizvoll, aber das ist noch immer mit Kosten verbunden. Hier bieten Kleidertauschpartys die Möglichkeit, kostenlos an gut erhaltene Kleidungsstücke zu kommen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen gegenüber dem eigenen Geldbeutel oder der Umwelt zu haben.

BZ:Wie können Interessierte teilnehmen und was ist, wenn sie gerade keine Kleidungsstücke abzugeben haben?
Pyschik: Alle Interessierten können ohne Anmeldung und auch ohne eigene Kleidungsstücke teilnehmen und zwischen 17 und 20 Uhr einfach vorbeikommen. Alle kommen und gehen mit so vielen Kleidungsstücken, wie sie wollen. Die mitgebrachte Kleidung sollte lediglich gewaschen sein. Ein kleiner Tipp: Falls unter den aktuellen Kleidern auf den Tischen und an den Ständern keine passenden dabei sind, einfach eine halbe Stunde warten.