Kein Kahlschlag am Bad

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Offener Brief vom 16.09.2019, Freiburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  
sehr geehrte Dezernentinnen und Dezernenten,

in einer Zeit, in der die Bäume und Wälder in Deutschland und auf der ganzen Welt mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben und in Brasilien der Regenwald in Flammen steht, müssen wir uns dringend bewusst machen, dass Wald unser wichtigster Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel ist. Seine Funktion als Lebensraum und Kohlenstoffspeicher ist von unschätzbarem Wert für uns alle.

Umso entsetzter sind wir über die geplante Fällung von 190 Bäumen für die Schaffung neuer Parkplätze am Eugen-Keidel-Bad! Vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise, die uns alle zu sofortigem Handeln verpflichtet, ist dies ein fatales Signal. Gerade in Freiburg, das sich gerne mit dem Label „Green City“ schmückt, muss es Konsens sein, mit vereinten Kräften an einer Verkehrswende zu arbeiten, die diesen Namen auch verdient. Die Schaffung neuer Parkplätze läuft dem völlig zuwider, hiermit wird im Gegenteil ein zusätzlicher Anreiz für die Anreise mit dem Auto geschaffen. Dies kann nicht Ziel einer nachhaltigen Verkehrspolitik sein. Vorschläge wie der Ausbau von Radwegen und öffentlichem Nahverkehr vor Ort, der Erhebung von Gebühren für die Nutzung der Parkplätze oder Vergünstigungen für Badbesucher mit ÖPNV-Ticket liegen auf dem Tisch, sie müssen nur entschlossen umgesetzt werden. Wer mit finanziellen Gründen argumentiert, oder auch damit, dass viele Leute mit eingeschränkter Mobilität das Bad besuchen, hat offensichtlich den Ernst der Lage nicht begriffen: Die Folgen des Klimawandels werden uns alle viel teurer zu stehen kommen und härter treffen wenn wir nicht handeln.

Wir erkennen an, dass Beschlüsse für dieses Bauvorhaben bereits vor Ihrer Amtszeit getätigt wurden, ebenso die bereits erfolgten Ausgleichsmaßnahmen. Hier muss man jedoch bedenken, dass noch viele Jahre vergehen werden, bis die neu gepflanzten Bäume den ökologischen Wert des alten Baumbestandes im Mooswald erreichen werden. Es ist unsere Pflicht als Zivilgesellschaft, auf die Klimakatastrophe angemessene Antworten zu finden: Daher appellieren wir dringend an Sie, Ihrer Verantwortung als Oberbürgermeister und Vorsitzender der Freiburger Stadtbau gerecht zu werden und die geplante Fällung von fast 200 wertvollen Bäumen für neue Parkplätze zu stoppen! Diese Maßnahme widerspricht jeglichem nachhaltigen Handeln und ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen!

Wir fordern Sie auf, den starken Protest der Freiburger Bevölkerung gegen diesen Kahlschlag ernst zu nehmen und sind uns sicher, dass ein Stopp der Fällungen von den Bürger*innen der Stadt begrüßt wird. Die Menschen haben erkannt, dass unser Handeln hier und jetzt zählt, unser Protest wird laut bleiben bis Sie handeln!

Für ein Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Greenpeace Freiburg

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