Für Bienenschutz auf der LaGa

Media

Text: Christian Grolms

Vom 5. bis 6. Mai war die Landwirtschaftsgruppe von Greenpeace Freiburg auf der Landesgartenschau in Lahr vertreten. Das Thema war das anhaltende Bienen- und Insektensterben. Vor Ort haben die Ehrenamtlichen zusammen mit kleinen und großen Besuchern eifrig Samenbomben gebastelt.

In Deutschland haben wir einen massiven Rückgang an Fluginsekten zu verzeichnen. Eine in Nordrhein Westfalen veröffentlichte Studie dokumentiert bei Stichproben aus vielen Teilen Deutschlands einen massiven Rückgang von ca. 80% allein in den vergangenen 25 Jahre. Von den Honigbienenvölkern sterben jährlich zwischen 20 und 30%. Und von den über 500 Arten der Wildbienen stehen über die Hälfte auf der roten Liste gefährdeter Arten.

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die für den Rückgang von Wild- und Honigbienen und anderen Insekten verantwortlich sind. Dazu zählen unter anderem der Verlust von Lebensraum, ein zu geringes Nahrungsangebot und der massive Einsatz von Giftstoffen in der Landwirtschaft.

Ende April wurden von der EU-Komission drei Giftstoffe aus der Gruppe der Neonicotinoide für das Freiland verboten. Das ist ein großer Erfolg, da sich die großen Agrarkonzerne über Jahre dagegen gewehrt haben, aber es ist auch nur ein kleiner Anfang. Denn viel muss noch passieren, damit sich die Insektenpopulationen langfristig erholen können. Ohne ein Umdenken auf verschiedenen Ebenen ist keine Verbesserung in Sichtweite. Unter dem Rückgang der Insekten leiden eine Vielzahl von anderen Tieren, wie etwa die Vögel. Unter anderem deshalb fordern wir einen kompletten Verzicht chemisch-synthetischer Pestizide in der Landwirtschaft.

Aber auch im Kleinen kann man etwas dafür tun, dass es im Grünen wieder summt und brummt.

Erste-Hilfe ist einfach: Mit dem Bau eines Wildbienenhotels, stellt man eine Nisthilfe zur Verfügung, mit der Aussaat insektenfreundlicher Pflanzen erhöht man das Nahrungsangebot und mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln wird eine Landwirtschaft unterstützt, die frei von chemisch-synthetischen Giftstoffen ist.

Wollen Sie mithelfen? Dann begrünen Sie doch die Stadt mit ein paar Samenbomben. Hier gibt es eine kleine Anleitung:

Zutaten:

Bio-Saatgut-Mischung für Insekten

Blumenerde

Tonpulver oder tonhaltiges Katzenstreu

Wasser

1. Erde mit den Samen vermischen

2. Tonerde bzw. Katzenstreu hinzugeben

3. Die Mischung so lange mit Wasser anreichern, bis ein geschmeidiger, aber immer noch fester Teig entsteht

4. Aus dem Teig etwa walnussgroße Kugeln formen

Weiterführende Links

Weitere Informationen zum Thema Bienensterben
Weitere Informationen zum Thema Agrargifte
Wie es anders geht? Liest sich im Kursbuch Agrarwende 2050
Prefer english information?

Tags