Fashion Revolution

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Fashion Revolution Week

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1 - WhoMadeMyClothes?

Mit Outfits zu experimentieren, neue Styles ausprobieren und mit Kleidung Kreativität und Stimmung ausdrücken – Fashion macht Spaß! Dennoch hat die sogenannte „Fast Fashion“, die schnell und möglichst günstig produzierte Mode, auch ihre Schattenseiten. Die globale Kampagne „Fashion Revolution“ macht auf die negativen Effekte der Modeindustrie auf Mensch und Umwelt aufmerksam und setzt sich proaktiv und positiv für eine Verbesserung der Produktionsbedingungen ein – damit der Spaß an Mode in Zukunft nicht auf der Gesundheit unserer Mitmenschen und der Erde lastet.

Vom 20.-26.04 findet aus diesem Grund wieder die Fashion Revolution Week statt, welche in Gedanken an das Ranza Plaza Unglück in Bangladesch ins Leben gerufen wurde. Dabei starben am 24.04.2013 1138 Menschen bei dem Einsturz einer großen Textilfabrik, in der viele der großen Modemarken der Welt produzierten, viele weitere wurden verletzt. Seitdem setzt sich die globale Bewegung für eine sichere, umweltfreundlichere und faire Modeproduktion ein und fordert vor allem mehr Transparenz unter dem Motto #WhoMadeMyClothes?

In den nächsten Tagen werden wir euch hier, auf Instagram (@greenpeace_fr) und Facebook (Greenpeace.Freiburg) ein paar Fakten zum Einfluss der Fast Fashion Industrie auf Menschen und Umwelt bieten und natürlich auch einige Ideen posten, mit denen ihr schnell & einfach aktiv werden könnt. Auf den folgenden Seiten könnt ihr euch außerdem zuhause ganz einfach zu der Thematik informieren.
- https://www.fashionrevolution.org
- https://www.fairtrade-deutschland.de/index.php
- https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/fash...
- Netflix Doku The True Cost


Quellen:
- https://issuu.com/fashionrevolution/docs/issuu_digital_activism
- https://www.fashionrevolution.org/

Gemeinsam ist es an der Zeit die Marken zu fragen #WhoMadeMyClothes? & #WhatsInMyClothes?, um zu zeigen, dass wir als Kunden Transparenz auch in der Modebranche fordern!

 

2 - Konsum

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Kauf Dich glücklich?

Kaufen macht nicht immer glücklich: Eine Greenpeace-Umfrage aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Kleidung inzwischen vor allem aus sozialen und emotionalen Gründen gekauft wird. Allerdings währt die Shopping-Euphorie nur kurz – zurück bleiben vollgestopfte Kleiderschränke und überforderte Konsument*innen. Wir reden nicht mehr von Bedarf, sondern von Überkonsum.

Dieser Begriff wird verwendet, wenn durch Kauf und Gebrauch emotionale und soziale Wünsche befriedigt werden sollen und wenn mehr Lebensgrundlagen bzw. Ressourcen verbraucht werden, als sich natürlicherweise erneuern können.

20 Jahre Fast Fashion

Seit dem Aufstieg von „Fast Fashion“ kaufen Menschen doppelt so viele Kleider und tragen sie nur die Hälfte der Zeit. Die Bekleidungsproduktion hat sich von 2000 bis 2014 verdoppelt. 2014 wurden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert.

Deutsche Verbraucher kaufen im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren. Nach einer Studie aus dem Jahr 2016 haben die Deutschen rund 5,2 Milliarden Kleidungsstücke in ihren Kleiderschränken. 40 Prozent davon – über zwei Milliarden Kleidungsstücke – werden selten oder nie genutzt.

Die meisten unerwünschten Kleidungsstücke landen im Mülleimer. Mehr als 60 Prozent der heutigen Kleidung enthalten synthetische Fasern aus Rohöl, die biologisch nicht abbaubar sind. Weniger als ein Prozent der produzierten Kleidungsstücke können zu neuen Textilien recycelt werden.

Was können wir tun?

Das System ist defekt und immer mehr Konsumenten sind bereit für Veränderung. Der einfachste Schritt ist, Kleidung länger zu tragen. Wenn es uns gelingt, Kleidung zu schätzen, mit ihr pfleglich umzugehen, sie zu reparieren, sie anders zu kombinieren oder auch mal mit Anderen zu tauschen, dämmen wir die Kleiderflut ein und tragen dazu bei, die Modebranche fit für die Zukunft zu machen.

Eine Ware muss ja nicht neu sein, um schön zu sein. Kleidertauschparties und second-hand Läden sind voller schönen Überraschungen! Und bei der Flut an DIY-Anleitungen kann man kaputte Dinge ganz einfach reparieren und dabei auch richtig kreativ werden.

Quellen:
- https://www.greenpeace.org/archive-international/Global/international/br...
- https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/i03971e_gp_flyer...
- https://storage.googleapis.com/p4-production-content/international/wp-co...
- Greenpeace (2015), Wegwerfware Kleidung, Bonprix Modestudie 2016 4 Statista (2016)
- Konsumausagaben für Bekleidung in Deutschland bis 2015, Daten Statistisches Bundesamt

 

3 - Arbeitsbedingungen

Preiszusammensetzung eines T-Shirts

Preiszusammensetzung eines T-Shirts

Jedes Jahr werden um die 150 Billionen Kleidungsstücke neu produziert! Hinter diesen Zahlen steckt die Arbeitskraft vieler unterbezahlter Näher*innen, die durchschnittlich nur ca. 0,15 US-Dollar pro Stunde verdienen, was nicht einmal 60% des Landesdurchschnittslohnes entspricht.

Über 90 % der Beschäftigten in der globalen Bekleidungsindustrie haben keine Möglichkeit, über ihre Löhne oder Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Gewerkschaftsbildung wird aktiv und mit Drohungen verhindert! Häufig werden die Arbeiter*innen nicht nach Stunden, sondern nach Stückzahl bezahlt – wer nicht fertig wird, muss länger bleiben. So ist es in Bangladesch keine Seltenheit, dass die Arbeitnehmer pro Monat 60-100 Überstunden machen. Schichten von 10-12 Stunden, 7 Tage die Woche sind Standard, die Hallen sind meist überfüllt und heiß. Trotz Maßnahmen, die zur Minderung der Kinderarbeit in den Textilfabriken geführt haben, wird weiterhin eine beträchtliche Anzahl an Kindern unter 14 Jahren illegal beschäftigt. Auch die Arbeitssicherheit ist ein großes Problem, häufig werden die Arbeiter*innen bei der Produktion von Kleidung giftigen Chemikalien ausgesetzt, die Gesundheit und Umwelt stark belastet. Viele asiatische Textilfabriken sind marode und baufällig. In der Vergangenheit kam es deshalb immer wieder zu Katastrophen, die meist nicht in den Medien thematisiert werden. Das Unglück von Rana Plaza ist also kein Einzelfall!

Was können wir tun, damit diese moderne Sklaverei ein Ende hat?

- #PushFairtrade - Achtet beim Kauf eurer Kleidung auf Textil-Siegel, welche soziale Produktionsstandards gewährleisten wie Fairtrade oder Fair Wear Foundation. Mehr Informationen dazu findet ihr auch im Greenpeace Textil Siegel Check und z.B. auf den Seiten www.siegelklarheit.de und www.getchanged.net Eine kostenlose, spannende Doku, die sich damit beschäftigt, wie Fair Fashion Produktion umgesetzt wird findet ihr hier.

- Unterzeichnet die Greenpeace Petition zur Einführung des Lieferkettengesetzes, um einen rechtlichen Rahmen zur verpflichtenden Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz auch im Ausland zu schaffen. Mehr Informationen dazu findet ihr euch unter unserem gestrigen Post auf Instagram und Facebook, und auf unserer Webseite.

- Schreibt eine Mail an ein Modelabel und fragt „Who Made My Clothes?“ (Wer hat meine Kleidung gemacht). Je mehr Menschen sich an das Unternehmen wenden, desto mehr wird deutlich, dass wir mehr Transparenz bezüglich der Arbeitsbedingungen fordern und wir zeigen, dass es uns nicht egal ist, wie unsere Kleidung hergestellt wird. Mehr Transparenz und Verbraucherinformationen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

- Postet ein Bild von euch/eurem Lieblingskleidungsstück auf einem Social Media Kanal, verlinkt das Unternehmen, dessen Produkt ihr tragt und fordert ebenfalls unter dem Hashtag #WhoMadeMyClothes mehr Transparenz.

- Warum nicht mal Second-Hand anstelle der neuen Jeans? Braucht ihr das 15. Kleid wirklich? Den Konsum neuer Kleidung zu reduzieren, senkt die Nachfrage nach Fast Fashion und ihr setzt ein Zeichen, dass ihr die Bedingungen nicht mehr unterstützen möchtet.

- Fair produzierte Kleidungsstücke sind zwar oftmals etwas teurer, als die Fast Fashion Produkte – daher ist ein Tipp anstelle von vielen Kleidungsstücken eher weniger zu kaufen und dafür auf Qualität und Produktion zu achten.

- Teilen, teilen, teilen – ob online oder mit Freunden. Damit das Thema noch mehr Gegenstand der öffentlichen Diskussion wird und so seinen Weg in die Politik findet.

Mehr Informationen wie ihr aktiv werden könnt findet ihr auch auf der Seite der Fashion Revolution.

Interessanter Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung.

Quellen:
- https://www.fashionrevolution.org
- Clean Clothes Campaign, 2009
- Nielsen, M.E. (2005): The politics of corporate responsibility and child labour in the Bangladesh garment industry. In International Affairs 81 (3), pp. 559-580.
- https://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/38751/textili...
- https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustriehttp://f...

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4 - Umwelt

Textilindustrie

Textilindustrie

Kleidung wird mit viel Chemie bearbeitet, bevor sie in die Läden kommt. Darunter sind etliche giftige Substanzen, die selbst in kleinsten Mengen Umwelt und Gesundheit schädigen können. Vor allem die kostbare Ressource Wasser wird mit Chemikalien aus den Kleiderfabriken verschmutzt. Durch die Gewässerkreisläufe und die Atmosphäre und somit über Nahrung, Luft und Trinkwasser gelangen diese in den menschlichen Organismus, sowie die Tier- und Pflanzenwelt. Nicht ohne Grund gilt die Kleidungsindustrie als eine der dreckigsten Industrien der Welt.

Die Detox-Kampagne von Greenpeace untersucht die Produktion, das Abwasser und den Klärschlamm der Fabriken auf den Einsatz der besonders gefährlichen Detox-Chemikaliengruppen. In dieser Kampagne sind mehr als 400 schädliche Substanzen definiert, die durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden müssen. Z. B.: Die teils krebserregenden Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Dimethylformamid (DMF), das als fortpflanzungsgefährdend und akut toxisch bei Hautkontakt gilt. Beide Substanzen wurden unter anderem sogar in Kinderkleidung von Discountern nachgewiesen.

Zu wenig Aufklärung: Das eingenähte Etikett in der konventionellen Kleidung gibt lediglich Fasern, Pflegehinweise und Produktionsland preis. Wir erfahren nichts über die Chemikalien, mit denen das Produkt auf seinem Weg vom Acker bis zum Laden in Berührung kam, es unter fairen Bedingungen produziert wurde und recycelt werden kann, wenn es irgendwann ausgedient hat.
Ein erster hilfreicher Schritt für uns Kunden sind Textil-Siegel, denn diese klären auf. Sie ermöglichen uns so eine gute und einfache Entscheidung. Vertrauenswürdige Siegel sind hier: IVN Best, GOTS, Made in Green, Der Blaue Engel, Bluesign, Cradle to Cradle, EU-Ecolable, uvm.

Textil-Siegel

Textil-Siegel


Wir fordern:
- Stopp der Verschmutzung von Flüssen und anderen Gewässern durch die Textilindustrie weltweit!
- Ersatz gefährlicher Chemikalien durch unschädliche Substanzen in der Textil- und Schuhproduktion!

Unterzeichnet jetzt die Petition für das Lieferkettengesetz und helft mit, die Unternehmen für die Wahrung der Umweltstandards zu verpflichten!

Textilindustrie Detox

Textilindustrie Detox

Textilindustrie Chemikalien

Textilindustrie Chemikalien

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