Brief an den Oberbürgermeister

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Mit einem per Email versandten Brief wandte sich das AktionsBündnis Klimaschutz Freiburg, in dem sich engagierte Freiburger aus den Vereinen BUND Ortsverband Freiburg, ECOtrinova, Eine Welt Forum Freiburg, fesa, Klimabündnis Freiburg, Lernort Kunzenhof, Transition Town Freiburg und Greenpeace Freiburg zusammengeschlossen haben, am 27.09.18 an den Oberbürgermeister Martin Horn und die Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. In diesem wurde ein klares Bekenntnis für einen offensiven Klimaschutz gefordert. Leider lässt eine Reaktion bislang auf sich warten. Doch am Freitag, den 05.10.2018, wurde das Klimaschutzkonzept der Stadt bereits einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Bei der bemerkenswert gut besuchten Veranstaltung positionierte sich der OB zwar mit großen Worten hinter den Klimaschutz, gleichzeitig war der Abend aber auch einer der gewohnten "Weiter-so-Veranstaltungen" bei der sich die Stadt mit vergangenen Erfolgen schmückte und dem immerwährenden Mantra "Green-City" selbst lobte.

Sogar der als "Vision für die Zukunft" angekündigte Vortrag von Prof. Dr. Rainer Grießhammer (Öko-Institut) erweckte den Eindruck, als gäbe es bei der Stadt weder ein umfassendes Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas, noch eine zielstrebige Aufbruchsstimmung oder gar Tatendrang in Sachen Klimaschutz. Selbst als die unserer Meinung nach einzige annähernd visionäre Forderung durch Herrn Prof. Dr. Grießhammer, das Zwischenziel der Stadt bis 2030 50% weniger CO2 auszustoßen, auf 60% aufzustocken in den Raum fiel und durch das Publikum mit laut einsetztendem Applaus belohnt wurde, fiel dem Moderator des Abends nichts Besseres ein, als dieser Forderung sofort beschwichtigend auszuweichen. Nicht nur die im Brief durch das AktionsBündis angemahnte Stagnation der Pro-Kopf-CO2-Werte blieb unerwähnt, sondern die einzigen selbstkritischen Worte, die die Stadt offen zugab, waren die, dass die Erfolge in Sachen Klimaschutz in Freiburg in letzter Zeit ein wenig zurück gegangen sind.

Ein Beispiel für mutiges visionäres Handeln durch Kommunen ist in unseren Augen die belgische Stadt Gent. Diese hat am 03.04.2017 kurzerhand alle Autos aus der Innenstadt verbannt und somit den Weg frei gemacht für eine Stadt in der mehr Wert auf Lebensqualität und klimafreundliche Alternativen gelegt wird und nicht ein Vortrag, der sich "Meine Vision für die Zukunft" nennt und allen Ernstes postuliert, dass es im Jahr 2050 immer noch jedem, der auch das Geld dazu hat, freistehen soll, die eigenen Bedürfnisse über die Belange der Allgemeinheit zu stellen und immer noch mit motorisierten Individualverkehr (MIV) unterwegs zu sein. Selbstverständlich sah sich die Stadtverwaltung in Gent zu Beginn der Umsetztung großen Widerständen gegenüber. Inzwischen wächst aber die Seite der Befürworter immer mehr, denn eine ruhige und saubere Stadt wirbt für sich ganz von selbst!

Bei einem Klimaschutzkonzept, in dem selbst über Maßnahmen abgestimmt werden konnte, wie zum Beispiel, ob es zu einer "Priorisierung des Klimaschutzes im neuen Stadtteil Dietenbach" kommen soll, was, wenn man sich schon entschließt einen neuen Stadtteil zu bauen, der frühestens 2030 fertig sein könnte, hinfällig ist(!), bleibt für uns die Befürchtung, dass Klimaschutz durch die Stadtverwaltung nicht ausreichend ernst genommen wird. Deshalb fordern wir die Stadt, die sich so gerne "Green-City" nennt, weiterhin dazu auf endlich entschlossen zu handeln und die selbst auferlegte Vorbildfunktion zu erfüllen!

 

Hier können Sie den Brief an Oberbürgermeister Martin Horn und Bürgermeisterin Gerda Stuchlik nachlesen:

Publikationen

Weiterführende Links

Offener Brief zum Klimaschutzkonzept 2018 an die Stadt
Klimaschutz jetzt!
Verkehrswende starten!

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