Was ist denn hier los?

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Ein leerer Obststand, was ist denn da los? - Greenpeace Freiburg informierte über Bienensterben

 

Am Samstag, dem 17. März von 11-14 Uhr informierte Greenpeace Freiburg in der Kaiser-Joseph-Straße Ecke Schiffstraße über das Bienensterben und dessen Ursachen und Folgen. Dabei präsentierten die Aktivisten einen Obst- und Gemüsestand, der annähernd leer war.

 

Gehen uns denn bald uns Obst und Gemüse aus? In den nächsten Jahren sicherlich nicht. Doch tatsächlich ist zu erwarten, dass uns früher oder später große Ernteeinbußen drohen. Prominente Opfer sind zum Beispiel Apfel, Birne, Kirsche, Gurke, Karotte und Kürbis. Und zwar nicht nur wegen des Klimawandels, sondern vor allem auch aufgrund des fortlaufenden Bienensterbens.

 

Ca. 30% der Bienenvölker sterben jedes Jahr. Die Landwirtschaft ist in großem Maße von der Bestäubung der Bienen abhängig. Denn ca. 80% der heimischen Nutzpflanzen werden von Bienen angeflogen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bienen wird vom Deutschen Imkerbund allein für Deutschland auf über 2 Milliarden geschätzt.

 

Die Ursachen des Bienensterbens sind zahlreich, aber dass der weiterhin massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft sowie im privaten Bereich ein entscheidender Faktor ist, daran bestehen heute kaum noch Zweifel. Übrigens werden über 17% aller Pflanzenschutzmittel in Privathaushalten und Gärten angewendet und über 47.000 Tonnen an Pestiziden werden jedes Jahr auf unseren Äckern ausgebracht (Stand 2016, UBA). Einige davon gelten als bienengefährdend wie zum Beispiel die Gruppe der Neonicotinoide, die erst kürzlich in einer Neubewertung der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) entsprechend eingestuft wurde. Diese Neonicotinoide haben auf Bienen oft subletale Effekte. Sie stören die Orientierung und die Bienen finden nicht mehr zum Stock zurück und sterben.

 

Auch im Kleingartenbereich wird häufig zur Giftkeule gegriffen, wodurch Hobbygärtner meist ohne es zu wissen Insekten, Bienen und Vögeln schaden. Ein unsachgemäßer Umgang mit den Giftstoffen ist aufgrund fehlender Kompetenz leider Alltag und führt zu einer zusätzlichen Belastung.

 

Aber was kann man eigentlich tun, um die Bienen zu unterstützen?

 

1. Werden sie Bienenlobbyist und geben der Biene eine Stimme! Reden Sie über das Bienensterben, damit es in unserem Bewusstsein präsent ist oder helfen Sie bei uns mit!

 

2. Verzichten Sie auf chemischen Pflanzenschutz im Garten! Arbeiten Sie mit Nützlingen!

 

3. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel! Mit dem Kauf unterstützen Sie eine Landwirtschaft, die ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz auskommt.

 

4. Bauen Sie ein Bienenhotel und pflanzen Sie bienenfreundliche Pflanzen!

 

Text: Christian Grolms

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Weitere Informationen zum Bienensterben
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